Abenteuer Biotonne Tipps und Tricks rund um die Biotonne

Abenteuer Biotonne – Tipps & Tricks

Lesezeit: 6 Minuten

Tipps & Tricks - rund um die Biotonne

Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich einen Komposthaufen in den Garten zu stellen. Die Biotonne ist aber ein super Ersatz und sollte vor jedem Wohnhaus stehen.

Laut NABU werden 4,6 Millionen Tonnen Bio- und Grünabfälle gesammelt und verwertet – weit weniger, als es eigentlich sein könnten. Zu viele Bioabfälle landen immer noch in der Restmülltonne, da nicht flächendeckend vor jedem Haushalt eine Biotonne zur Verfügung steht. 

Eine riesige Ressourcenverschwendung, denn Bioabfälle sind kein “normaler” Müll – sie sind sehr wertvoll und in ihnen steckt richtig viel Potenzial.

Biomüll wird weiterverarbeitet, je nachdem, was für eine Biomüllverwertungsanlage du in deiner Nähe hast, wird er zu Kompost oder zu wertvollem Biogas, also Energie.

Was darf rein?

Die Biotonne – eigentlich klar – aber dann irgendwie doch wieder nicht…

Obst- und Gemüseschalen, Kaffeesatz, Teebeutel, Eierschalen und Essensreste –  irgendwie alles Biomüll – und doch darf nicht alles, was du denkst, in die Biotonne…

Von Ortschaft zu Ortschaft können gravierende Unterschiede zu Verwirrung führen, denn was bei dir in die Biotonne rein darf – kann bei mir Ärger verursachen…

Wurst, Käse, Milchprodukte, Papiertaschentücher, Küchenpapier, Eierkartons  – der eine darf es in die Biotonne werfen – der andere wiederum auf gar keinen Fall.

Je nach Verwertungsanlage gibt es tatsächlich große Unterschiede und so kann ich dir keinen hundertprozentig verbindlichen Rat geben. 

Jeder einzelne öffentlich-rechtliche Entsorger darf die Entscheidung über die Befüllung der Biotonne, vorgeben.

Erkundige dich unbedingt, telefonisch oder surfenderweise, auf der Homepage deines Abfallentsorgers.

Ich gebe dir aber gerne einige Tipps, die bei allen Biotonnen erlaubt sind 😂 

Abenteuer Biotonne Tipps und Tricks rund um die Biotonne

Wenig Feuchtigkeit

Deine Biotonne sollte so trocken wie möglich gehalten werden und schon in der Küche kannst du damit beginnen. Bewährt hat sich ein kleiner Mini-Eimer oder eine kleine Küchenschüssel, die du dünn mit Zeitungspapier oder Küchenpapier auslegen kannst. So sammelst du tagsüber, die Bioabfälle und kannst sie am Abend in der Biotonne entsorgen. Wickle Speisereste direkt dünn in Zeitungspapier, das verhindert das Auftreten von Maden. Nutze eine dünne Schicht Zeitungspapier, keine Illustrierten oder Ähnliches, denn sie saugen die Feuchtigkeit nicht auf und lassen sich nicht kompostieren.

Die große Biotonne legst du ebenfalls, nach jeder Leerung, dünn mit zerknülltem Zeitungspapier aus. Das Zeitungspapier saugt alle Flüssigkeiten auf und hält den Boden sauber, sodass nichts festklebt. Du kannst auch eine trockene und dünne Schicht Laub auf dem Boden verteilen, das schützt vor hartnäckigem Festkleben.

Je “trockner” deine Bioabfälle in der Tonne sind, desto

Abenteuer Biotonne Tipps und Tricks rund um die Biotonne

Vorsichtig:

Verzichte auf kompostierbare Folienbeutel oder ähnlich vermeintlich gute Beutelchen. Sie zersetzen sich viel zu langsam und müssen aufwendig aussortiert werden, da sie den Kompostiervorgang stören.

Bioabfälle müssen atmen können

Deine Biotonne sollte nie komplett geschlossen werden, sondern der Deckel mit einem Stück Holz, mindestens ein kleines Stück, geöffnet bleiben… Die beste Lösung wäre, die Biotonne komplett geöffnet stehen zu lassen.

Die biologischen Abfälle brauchen die Frischluftzufuhr, damit sich keine Schimmelsporen bilden können und stinkige 😷 Fäulnisprozesse vermieden werden. Außerdem können deine biologischen Abfälle dann weiter trocknen und die Maden – falls vorhanden – wandern nach unten, denn sie lieben das feuchte Milieu.

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Stopfen verboten

Vermeide es, die Bioabfälle in die Tonne zu stopfen und fülle die Abfälle nur locker und fluffig ein. Wenn du, aus Platzmangel, zu sehr stopfst, kann es passieren, dass die Bioabfälle festkleben und bei Abholung nicht komplett aus der Tonne fallen.

Steht deine Biotonne mit geöffnetem Deckel, können die biologischen Abfälle gut trocknen und somit verlieren sie automatisch an Fülle und wandern “nach unten”.

Versuche, deine Biotonne möglichst ausgeglichen zu befüllen – sofern das möglich ist. Rasenschnitt, Essensreste und Laub im Wechsel – dann trocknet es besser durch und die Einzelnen Schichten “pappen” nicht fest.

Tipp:

Wenn du das Gefühl hast, die Abfälle sitzen zu fest, lockere sie vor der Abfuhr mit einem Spaten. So kannst du sicher sein, dass keine Reste in der Tonne kleben bleiben.

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Standort & Pflege

Der beste Platz für deine Biotonne ist ein schattiges Plätzchen. Achte darauf, dass die Biotonne wirklich regelmäßig geleert wird – auch, wenn sie nicht komplett gefüllt ist.

Hin und wieder kannst du sie hervorragend mit dem Gartenschlauch abspritzen und reinigen, dann bilden sich keine unangenehmen Gerüche.

Im Sommer ist es ratsam, den Deckel der Biotonne mit einem Essig-Wasser-Gemisch zu besprühen, das hält unliebsame Insekten fern.

Du hast noch keine Biotonne?

Wenn du Gartenbesitzer bist, empfehle ich dir in erster Linie einen Komposthaufen. Bist du Bewohner eines Mehrfamilienhauses und du hast noch keine Biotonne vor der Haustür, kannst du dich an deine Hausverwaltung, deinen Vermieter oder die Eigentümerversammlung wenden. Ein erster Kontakt bei der kommunalen Abfallberatung lohnt sich zudem, falls sich der Hauseigentümer quer stellt. Die Abfallberatung hat Tipps auf Lager und kann unterstützend helfen.

Die Mehrbenutzer-Biotonne

Du wohnst in einem Mehrfamilienhaus und siehst immer wieder, dass der Bioabfall falsch getrennt wird?

Lege zunächst sofort einsehbare Flyer deines Abfallbetriebes aus – evtl. hilft es schon, da es sich lediglich um Unwissenheit handelt.

Wenn du die Nachbarn nicht direkt ansprechen möchtest, könntest du auch die Hausverwaltung informieren, dass sie Hinweise zur richtigen Mülltrennung anbringt. 

Sollte das alles nichts an der Situation ändern, muss es zu einer direkten Ansprache kommen. 

Denn, wenn die ökologischen Begründungen nicht fruchten und sich weiterhin nichts ändert, ist es bestimmt interessant und wichtig zu erfahren, dass ansonsten auf Dauer die Gebühren steigen oder die Biotonne einfach nicht geleert wird. 

Spätestens, wenn das Argument der höheren Kosten zur Sprache kommt, reagieren die meisten Bewohner sehr schnell, wenn auch sie zur Kasse gebeten werden.

Übrigens:

Einige Mitbürger entsorgen gerne ihre Grünabfälle und andere Abfälle aus dem Garten in nahe gelegenen Wäldern.

Bitte tu das nicht, denn deine Gartenabfälle schädigen die Waldböden und können gebietsfremde Arten verbreiten. 

Waldböden sind sehr nährstoffarm  – “dein hoch dosierter Dünger” – erstickt, wegen Sauerstoffmangel, den Boden unter deinen Grünabfällen. Infolgedessen können viele typische heimische Wildpflanzen verschwinden. Das Abladen von Gartenabfällen gefährdet das Ökosystem des Waldes empfindlich und ist daher illegal. Es steht unter Strafe, gilt als Ordnungswidrigkeit und wird mit satten Geldbußen geahndet.

Aha Moment:

Aus einem Kilo deines Bioabfalls kannst du eine 60 Watt Glühbirne zwei Stunden und 15 Minuten nutzen  und dein Lieblingsbuch lesen oder eine Stunde und 45 Minuten deine Lieblingsserie im TV anschauen…

Wahnsinn, oder?

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Zu viele Grünabfälle?

Wenn du wirklich sehr viele Grünabfälle aus dem Garten hast, die du entsorgen möchtest, kann ich dir die Recyclinghöfe empfehlen. 

Die Abgabe ist in den meisten Fällen kostenlos und findet regelmäßig statt. Diese kommunalen Annahmestellen findest du fast in jeder Region. Zumeist wird einmal im Monat – im Frühjahr und Herbst sogar alle 14 Tage  – Grünschnitt an Sammelstellen zur Abgabe, angeboten und von vielen dankend angenommen.

Fazit:

Grünabfälle und biologische Küchenabfälle sind kein Müll – mach mit und nutze eine Biotonne oder den Komposthaufen, um aus den Abfällen Kompost, Dünger oder Energie werden zu lassen…

Deine Küchenabfälle sind viel zu schade für den Restmüll und die Verbrennungsanlage.

Hast du einen Komposthaufen im Garten, bietest du Vögeln eine riesige Speisekammer an Nahrungsmittel, wie Spinnen, Larven, Käfer und Würmern und unterstützt sie sogar im Frühjahr, nach der Brut, bei der Versorgung der Jungvögel…

Hast du schon einen Kompost oder eine Biotonne? Oder kombinierst auch du beides, wenn ja – warum?

Bis bald

Deine Stefanie 🙂 

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