Insektensterben

Insektensterben – es wird ruhig – die Natur verstummt

Lesezeit: 7 Minuten

Unsere Insektenwelt stirbt - es wird immer ruhiger um uns herum - die Natur verstummt...

Der größte Feind der Insekten ist und bleibt der Mensch und seine Art zu leben. 

Was sind die Ursachen für das Insektensterben?

Die Ursachen für das Insektensterben sind vielfältig und stammen aus  – wie könnte es anders sein – Menschenhand. 

Zum Beispiel unsere sehr intensiv betriebene Landwirtschaft. Ein Großteil der Flächen wird  für die Landwirtschaft genutzt und regelmäßig mit Pestiziden, Insektiziden und anderen Giften bearbeitet…

Deutschland gehört zu den Top vier Ländern, wenn es um den Pestizidverbrauch geht. Durch die Pestizide gibt es weit weniger Unkräuter, die wiederum für viele Tiere als wichtige Nahrungsquelle benötigt werden. Insektizide töten nicht immer sofort. Sie schädigen die Tiere und sie zerstören ihre Orientierung und ihre Fortpflanzungsfähigkeit. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Monotonie unserer landwirtschaftlich genutzten Flächen. Riesige Ackerflächen, auf denen Getreide, Mais und Raps angebaut werden, bestimmen vielerorts das Bild.

Es gibt kaum noch kleine Bachläufe oder Gewässerrandstreifen, denn die Struktur gibt der Mensch vor und die Natur muss unseren Vorstellungen von Effektivität weichen.

Insekten sterben, da wir ihnen buchstäblich den Lebensraum stehlen. Immer mehr wird vom Menschen bebaut. Unsere hübsch durchdachte Infrastruktur und überall immer größer werdende Gewerbeflächen zerstören mehr und mehr tierische Lebensräume.

Und, wie könnte es anderes sein, auch der Klimawandel macht der Insektenwelt zu schaffen. 

Ständige Temperaturanstiege sorgen dafür, dass viele unserer heimischen Insekten in andere Regionen fliehen und regelrecht auswandern…

Einzigartige kleine Wesen

Unser komplettes Ökosystem lebt mit und von unseren Insekten. Wunderschöne, kleine possierliche Tierchen, die nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Natur unersetzlich sind.

Unsere fleißigen Helfer sammeln Nektar und Pollen und sorgen für die Bestäubung und somit den Fortbestand von knapp 90 Prozent aller Pflanzenarten. Die Pflanzenarten die ich meine, machen den Großteil deiner Ernährung aus, denn sie liegen regelmäßig auf deinem Teller…

Insekten haben viele nützliche Eigenschaften und dienen als Nahrungsquelle vieler Tiere.  Nicht nur unsere Vogelwelt lebt von Insekten, auch der liebe Fuchs oder verschiedenste Amphibien, brauchen Insekten als Nahrungsquelle.

Insektensterben

Die Tierwelt steht Kopf

Früher solltest du auf gar keinen Vögel zufüttern und heute wird  – laut NABU – dazu geraten… In der Brutzeit haben die Vogeleltern mittlerweile Schwierigkeiten ihre Jungen sattzubekommen.

Sie finden nicht genug Insekten, um ihre Jungen zu füttern.

Denk nur daran, vor ein paar Jahren noch, nach der Autobahnfahrt…

Das Windschutzscheiben Phänomen… 

Damals ärgerte es dich noch  – überall festsitzende Insektenreste auf deiner Windschutzscheibe und dem Nummernschild…

Ist dir mal aufgefallen, dass du kaum noch Insekten auf deiner Windschutzscheibe findest? 

Alleine das beweist, das Massensterben der Insekten nimmt langsam immer sichtbarere Formen an. Es ist ein Kreislauf, denn wenn die eine Art ausstirbt, kommt eine andere in die Bredouille. Und das Gleichgewicht gerät ins Wanken…

Eine von Menschen gemachte Naturkatastrophe

Wir bebauen immer mehr Flächen, unsere Gärten sind picobello gereinigt und frei von jeglichem Unkraut. Unkraut gilt als „nicht schick“.

Steingärten pflastern ganze Einfahrten, es gibt immer weniger Futterpflanzen für Insekten. Unseren Bienen, Fliegen, Schmetterlingen und Käfern fehlt es zunehmend an Nahrung.

Große und vielfältige Landschaften sind teilweise komplett verschwunden. Siedlungen werden gebaut und riesige Flächen sind dem Ackerbau gewichen.

Dort wiederum werden Pestizide, Insektizide und Düngemittel eingesetzt, um den größtmöglichen Ertrag zu wirtschaften, Schädlinge fernzuhalten und Unkräuter es gar nicht wachsen zu lassen. Wir zerstören systematisch die Lebensräume der Insekten…

Die Rote Liste

Stell dir mal vor, ganze Landstriche ohne Insekten, die die Blüten bestäuben.. Was wird aus unseren Obstbäumen dem Gemüse und den Sträuchern? In China ist es heute schon Wirklichkeit, dort werden die Pflanzen von Hand bestäubt… Nicht nur der Bestand von Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen ist drastisch gesunken, viele Insektenarten stehen auf der Roten Liste.

Soooo unendlich viele Insektenarten stehen auf der Roten Liste. 

Viele von ihnen sind im Bestand gefährdet und viele bereits ausgestorben. Hummelarten sind vom Aussterben bedroht, die Wildbienen sind bereits über die Hälfte ihrer Arten im Bestand geschrumpft und sogar 17 Prozent unserer Schmetterlinge sind vorm Aussterben bedroht. 

Insektensterben

Was kannst du tun?

Du kannst sofort in deinem Garten und auf deinem Balkon aktiv werden und helfen die Insekten zu schützen.

Im eigenen Garten sollte verständlicherweise komplett auf Pestizide und andere Giftstoffe verzichtet werden. Deinen Garten oder Balkon solltest du möglichst vielfältig und bunt bepflanzen. 

Auch wenn ein Großteil sehr sauber sein soll, darfst du ruhig ein paar kleine bunte Ecken gestalten. Hier und da ein bischen Laub oder einer kleiner Holzstapel und schon haben es die Insekten in deinem Garten, um einiges leichter.

Fallobst solltest du nicht sofort beseitigen, lass es für die Insekten und Vögel liegen, sie werden sich über den reichlich gedeckten Tisch sehr freuen…

Sogar dein Konsumverhalten hat Einfluss auf die Umgebung. Unsere Nahrungsgewohnheiten bestimmen die landwirtschaftliche Produktion.. 

Wenn wir immer möglichst billig und sehr fleischlastig essen, dann müssen wir uns nicht wundern, dass die Landwirtschaft zu Höchstleistungen mutiert und sich unseren Vorlieben anpasst.

Eintönige Kulturen wie Mais, Raps und Weizen werden dann weiterhin großflächig angebaut und Grünflächen und Wiesen müssen weichen. Regionales, Saisonales und Bio-Qualität kann hier helfen, die Artenvielfalt zu schützen.

Wenn du in deinem Garten hin wieder, wenigstens kleine Ecken wild wachsen lässt, hilfst du den Insekten und der Natur ungemein.

Du kannst die Tiere unterstützen, indem du Nistkästen zur Verfügung stellst. Du kannst Insektenhotels oder sogar eine Höhle für die Erdhummeln bauen.

Schaffe in deinen Garten oder auf deinem Balkon kleine Trinkmöglichkeiten für Vögel und Insekten. Lege in die zu tiefen Schalen einen Stein – zur Hilfe. Das erleichtert den Insekten das Landen und Trinken.

Gestalte deinen Garten und deinen Balkon so bunt und blütenreich, wie möglich und lass uns damit die Artenvielfalt unterstützen. Auch auf dem kleinsten Balkon kannst du, zum Beispiel Kräuter oder Minitomaten unterbringen. Die Insekten freuen sich über das Grün und die Blüten und du dich über deine kleine frische Ernte.

Höhle für Erdhummeln

Insektenhotels gibt es einige tolle zu kaufen, bitte achte hier unbedingt darauf, dass es keine scharfkantigen Stellen hat, an denen sich die Insekten verletzen könnten. Du kannst sie aber auch mit wenigen Mitteln recht einfach selber bauen. Da es viele Anleitungen für Insektenhotels gibt, möchte ich dir heute erzählen, wie du den Hummeln – von denen sehr viele auf der Roten Liste stehen –  helfen kannst.

Für das unterirdische Hummelhotel benötigst du einen Stein- oder Tonblumentopf mit einem größeren Loch in der Mitte. Du benötigst eine Steinplatte in etwa derselben Größe, zwei bis drei Steine für oben und trockenes Gras, Holzspäne oder Moos zum Befüllen.  

Das Loch für den Blumentopf muss groß genug sein und nur so tief, dass der Blumentopf gut reinpasst und du unten Platz für eine Drainage aus Steinen und durchlässigen Materialien hast. Die Drainage ist wichtig, um die Hummeln vor Nässe zu schützen, in dem Loch soll sich ja kein Wasser sammeln, denn dann könnten die Hummeln ertrinken.

Erst kommt die Drainage, dann kommt die Steinplatte, als Schutz vor Wühlmäusen. Auf die Steinplatte kommt der mit Moos oder Spänen nur halb gefüllte Blumentopf – umgedreht auf die Platte.

Grabe den Blumentopf bis zum oberen Rand ein und aus deinen zwei bis drei Steinen baust du ein kleines Dach. Die Hummeln können so problemlos einfliegen, sind aber vorm Regen geschützt.

Baue dein Hummelhotel nicht an dem tiefsten Punkt in deinem Garten, gerne soll es ein etwas “höher gelegener” Ort sein…

Eine kleine Oase in der Steinwüste

Dein Garten oder dein Balkon ist eine kleine Wohlfühloase inmitten des Alltags – nicht nur für dich.

Ein kleines Stückchen grün ist Gold wert und tut Seele gut. Viele bunte Blumen, Kräuter und Gemüse können auch auf dem kleinsten Balkon ihren Platz finden. Das freut nicht nur dich und mich, sondern Vögel und Insekten dazu…

Gestalte deinen kleinen Balkon oder deinen Garten möglichst naturnah. Versuche heimische Pflanzen und Kräuter anzubauen. Reiche den Insekten und den Vögeln kleine Trinkschalen. Auch auf einem kleinen Balkon finden Basilikum, Rosmarin, Thymian, Erdbeeren oder kleinwüchsige Gurken einen Platz im Topf.

Die Insekten werden sich über die Blüten freuen und du dich über die Ernte. 

Im größeren Garten dürfen es gerne Stauden sein, verschiedene Gräser und Kletterpflanzen. Auch kleine Flächen kannst du gut und platzsparend nutzen und bunt bepflanzen.

Insektensterben

Aha Moment:

Marienkäfer – es gibt in Deutschland rund 70 Arten von ihnen. Der hübsche rote Glücksmarienkäfer ist auch immer seltener zu sehen. Dabei frisst er in deinem Garten mit Vorliebe die Blattläuse und auch dem Mehltaupilz macht er den Garaus. Spritze kein Gift gegen Blattläuse, dann fühlt sich der Marienkäfer bei dir sehr wohl.

Insektensterben

Fazit:

Wir müssen es schaffen, ganzjährig wieder mehr Blütenpflanzen, als Hauptnahrungsquelle und Schutz, für die Insekten in die Gärten und auf die Balkone zurückzubringen.

Insekten benötigen Blüten und ein reichhaltiges und buntes Pflanzenangebot. Sie lieben vorallem  Blüten mit großen und geöffneten Kelchen, die ihnen dann Landen und Sammeln erleichtern.

Verzichte in deinem Garten auf Insektizide und Unkrautvernichter. Das muss nicht sein… Es gibt gute Möglichkeiten, dem Unkraut Herr zu werden.

Wir müssen schnell handeln, ehe es zu spät ist…

Wenn du aktiv mithelfen möchtest, empfehle ich dir diesen Artikel: Klimawiese – ein Projekt für Artenvielfalt. Petra 💚 von greenberries.de berichtet über ein wundervolles Projekt – schau unbedingt bei ihr vorbei.

Durch den ständigen Einsatz der ganzen Gifte tragen wir zum Insektensterben bei. Wir stören das ökologische Gleichgewicht und sägen buchstäblich an dem Ast, auf dem wir sitzen…

Insektenfreund, oder eher nicht? Ist dir das weniger werden der Insekten auch schon aufgefallen? Welches Insekt ist dein Liebstes?

Ich freue mich auf einen Kommenter von dir…

Bis bald

Deine Stefanie

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4 Kommentare zu „Insektensterben – es wird ruhig – die Natur verstummt“

    1. Liebe Romy,

      das finde ich richtig gut – leider sieht man es oft anders. So fühlen sich Insekten und Vögel bei euch im Garten richtig wohl und genießen „gesund“…

      Ganz liebe Grüße

      Stefanie 🙂

  1. Liebe Stefanie,
    das ist ein schöner Beitrag über ein wichtiges Thema. Wir Menschen leben auch mit im Kreislauf und denken immer alles bestimmen zu können. Bis wir eines besseren belehrt werden. Was mein Thema betrifft möchte ich noch anmerken, dass zum Beispiel auch Kunststoffteile, Konservierungsstoffe aus Fassadenfarben ausgewaschen werden. Und somit auch in den Kreislauf gelangen und nicht förderlich für die Insekten sind.
    Mach weiter mit deinem schönen Blog hier.
    alles liebe angelique

    1. Liebe Angelique,

      ich freue mich ganz besonders über deine lieben Worte. Du hast so Recht – der Mensch sieht sich oft über den Dingen – leider. Du schreibst mir aus der Seele, Kunststoffpartikel sind mittlerweile überall – sie wirken sich so negativ auf den natürlichen Kreislauf aus.

      Ganz liebe Grüße

      Stefanie

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