Wäsche waschen -gehts auch ohne Mikroplastik und umweltfreundlich

Wäsche waschen – geht´s auch ohne 😮 Mikroplastik & umweltfreundlich?

Lesezeit: 6 Minuten

Die Drogerien stehen voll von ihnen: Waschmittel, Waschpasten, Weichspüler und Co…

Die Umweltbewussten greifen gerne in die Bio-Ecke, allerdings ist Ökopulver nicht immer umweltfreundlicher.

In Puncto Waschmittel spielt nicht die Herkunft der Rohstoffe eine Rolle, sondern die biologische Abbaubarkeit.

Tenside, die dafür sorgen, dass sich der Schmutz besser im Wasser löst – sind für Wasserorganismen giftig – egal ob chemischer oder biologischer Herkunft.

Richtig umweltfreundlich waschen ist schwer, aber umweltbewusst durchaus möglich. 

Rund 800.000 Tonnen Waschmittel wandern in unseren deutschen Haushalten jährlich ins Abwasser. 

Es gibt:

✔️ Kompaktwaschmittel 

✔️ welche für Wolle und Feines 

✔️ portionierte und in folienverpackte kleine Caps oder Pods 

✔️ Waschmittel für schwarze Wäsche 

✔️ Dufttücher

✔️ Weichspüler

✔️ Fleckenentferner

✔️ Enthärter

✔️ Farb- und Schmutzfangtücher 

✔️ und viele, viele mehr…

Mikroplastik im Waschmittel?

Jaaaa, Kunststoffe werden gerne verwendet, da sie nicht nur Grauschleier und Verfärbungen der Wäsche vermeiden – sie sorgen unter anderem dafür, dass es nicht zu sehr schäumt.

Da Mikroplastikteilchen feste klitzekleine Körnchen sind, setzen die Hersteller auch Polymere ein – flüssige Kunststoffe.

Im Waschmittel finden wir größtenteils flüssige/lösliche Kunststoffe. Aber ob sie nun fest oder flüssig sind – es bleiben Kunststoffe und diese sind schlecht für unsere Umwelt.

Die zugesetzten Kunststoffe gelangen beim Waschen ins Abwasser – dort reichern sie sich immer mehr und mehr in Umwelt und Natur an…

Kunststoffe sind kaum abbaubar und zerfallen in immer kleinere Teilchen. Sooo kleine Teilchen, dass sogar Pflanzen die Kunststoffe aufnehmen können…

Immer mehr und mehr Mikroplastik landet in unserem Grundwasser und schlussendlich  – auf Umwegen – in unserer Nahrung und auf unseren Tellern.

Risiken und Nebenwirkungen sind noch unzureichend bekannt – niemand kann dir sagen, welche gesundheitlichen Folgen da noch auf uns zu kommen. Eine unsichtbare – nicht abzuschätzende Gefahr – und ein bitterer Nachgeschmack – bleibt. 

Mikroplastik überall…

Nicht nur die NABU fordert ein EU-Verbot von Mikroplastik in Reinigungsmitteln und Kosmetik. 

Laut dem Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Institut, landen insgesamt 977 Tonnen Mikroplastik und 46.900 Tonnen flüssige, gelöste und gelartige Kunststoffe, auch Polymere genannt, allein in Deutschland ins Abwasser.

Diese Massen an Mikroplastik aus Kosmetika, Reinigungs- und Waschmitteln landen in unserem Abwasser. 

Die Kläranlagen können diese Flut an Inhaltsstoffen nicht abfangen und der Kreislauf beginnt.

Trotz der Abwasserreinigung gelangen Unmengen von unerwünschten Stoffen in unseren Gewässern, auf unseren landwirtschaftlichen Flächen und in unseren Meeren.

Die NABU fordert ein komplettes Verbot für Kunststoffe in Kosmetik und Reinigungsmitteln.

Das alleinige Verzichten auf die Putz- und Reibekörper in deinem Peeling oder Duschgel, wird nicht viel ändern – es müssen produktionsübergreifend und flächendeckend Lösungen geschaffen werden, damit wir Herr der Lage werden, wenn das überhaupt noch zu schaffen ist.

Duftstoffe und Bleichmittel

Viele der verwendeten Duftstoffe können Allergien auslösen – und alle sind schlecht für die Umwelt. 

Duftstoffe findest du überall. Egal, ob du Haut und Haar pflegst oder deine Wäsche. 

Bei Sauberkeit und Hygiene spielt der Duft eine wichtige Rolle – es beeinflusst dein Kaufverhalten.

Duftstoffe  – überall – werden zunehmend zu einem Problem. Der Großteil der Duftstoffe ist nur schwer biologisch abbaubar und kann sich in Organismen anreichern. Für Wasserorganismen sind die Duftstoffe toxisch und richten viel Unheil an. Leider gilt auch bei den Duftstoffen: Über die Wirkung auf Gesundheit und Umwelt gibt es noch keine Langzeitstudien.

Bleichmittel – optische Aufheller – findest du in vielen konventionellen Waschmitteln – schließlich soll dein weiß schön strahlen. Allerdings sind auch diese – alles andere – als gut für unsere Umwelt. 

Sie liegen bleiern im Wasser und lassen sich nur schwer biologisch abbauen. 

Wäsche waschen -gehts auch ohne Mikroplastik und umweltfreundlich

Was kannst du tun? - Können wir den Kreislauf durchbrechen?

Vermeide so viel Plastik wie möglich und versuche auf belastete Kosmetika und Reinigungsmittel zu verzichten.

🌱 Nutze die AppCodeCheck, um unerwünschten Inhaltsstoffen – nicht nur –  in Putzmitteln auf die Spur zu kommen. Achte auf Umweltkennzeichnungen  – wie den Blauen Engel oder das EU-Ecolabel

🌱  Verzichte, beim Thema Kleidung und Textilien auf Kunstfasern  – bevorzuge nachhaltige Materialien, zum Beispiel, Wolle, Leinen und Co…   hier findest du > Nachhaltige 🌿 Kleidung? Materialien, die nicht krank machen

🌱  Vermeide im täglichen Leben so viel Plastik wie möglich –  zum Beispiel, Plastiktüten und Verpackungen. Wie du im Verpackungsdschungel nicht den Überblick verlierst, findest du hier > Nachhaltigkeit 💚 Warum sollte ich?

🌱  Nutze zertifizierte Naturkosmetik, frei von Parabenen und all den anderen Inhalts- und Zusatzstoffen, die dich krank machen und unsere Umwelt schädigen… Ich informiere dich gerne hier > Warum? …weil mir ein grüner Fußabdruck wichtig ist

Kastanien Waschpulver selber machen 2

Mach´s dir 😇 selbst

Verzichte auf all die fertigen Kompaktwaschmittel, es sind reine Chemiebomben und größtenteils voller Zusatz- und Inhaltsstoffe, die du nicht wirklich brauchst und die super umweltschädlich sind. 

Ein Kompaktwaschmittel besteht aus drei Komponenten:                 

✔️ Basis-Pulver  

✔️ Wasserenthärter

✔️ Fleckensalz / Bleiche

Nutze ein 0815-Basis-Waschpulver – am besten in Pulverform, denn die flüssigen sind meist  die schlimmsten (flüssige Kunststoffe) > Tenside.

Den Wasserenthärter kannst du problemlos selbst dosieren – erkundige dich bei deinem Wasserversorger nach deiner Wasserhärte, dann sparst du ein Überdosieren.

Fleckensalze nutze am besten nur bei wirklichem Bedarf. Bei den meisten Flecken wirst du mit einer Kern- und Gallseife oder auch Natron, schon super Ergebnisse erzielen. 

Und wenn du ein “do it yourself” Fan bist – so wie ich – dann probiere doch mal das Waschen mit Kastanien oder Kastanienpulver aus. 

Hier findest du mein Lieblings – ”Rezept” > Kastanien 🍁 Waschpulver selber machen…

Übrigens:

Die liebe 😘 Sabine hat mir geschrieben, sie habe gelesen, dass die Saponine der Kastanie und des Efeus, giftig für die Fischbestände der Gewässer seien. Laut meiner Recherche müsstest du den Kastaniensud unverdünnt und in riiiiiesigen Mengen in die Gewässer leiten, ehe es zu Komplikationen in der Tierwelt kommt. 

Deinen Kastaniensud nutzt du verdünnt – dein Waschmaschinenwasser landet dann – nochmals verdünnt – im Abwasser, ehe es in den Kläranlagen aufbereitet wird…

Die Konzentration der Saponine ist bis zur Ausleitung aus der Kläranlage wieder fischtauglich 😇 Wenn du dich noch intensiver mit dem Thema Saponine im Abwasser beschäftigen möchtest, schau mal bei der lieben Shia vorbei – sie hat das Thema Saponine genauer unter die Lupe genommen und toll erklärt. 

Auch indische Waschnüsse genießen einen guten Ruf, jedoch haben sie irre weite Transportwege zurückgelegt – weshalb du für dich selbst entscheiden musst – ob sie nachhaltig sind…

Ganz bald teile ich ein weiteres do it yourself- Flüssigwaschmittel- Rezept mit dir – lass dich überraschen 😘 

Mörser - Kamille - Zahnpasta selber machen

Fazit:

Umweltfreundlich Wäsche zu waschen ist nicht schwer – riskiere öfters einen Blick auf die Inhaltsstoffe. 

Verzichte auf die ganzen bunten und aufdringlich leuchtenden Plastikverpackungen, denn die meisten – Chemiekeulen – brauchst 🙄 du überhaupt nicht.

Wage dich ans “Selbermachen” es ist nicht schwer – mische dir dein Waschpulver selbst… 

Und 😇 Schwupp – schonst du Umwelt und deinen Geldbeutel.

Mikroplastik und Polymere verstecken sich in so vielen Dingen – oft bist du dir ihrer Anwesenheit gar nicht bewusst.

Die Teilchen sind sooo klitzeklein, dass du sie nicht einfach aufsammeln kannst…

Wenn wir nicht gemeinsam gegensteuern, wächst die Menge ins Unermessliche weiter…

Lass uns gemeinsam die Ärmel 💚 hochkrempeln und packen wir es an.

Wäsche waschen -gehts auch ohne Mikroplastik und umweltfreundlich

Hast du schon Waschmittel selbst hergestellt? Was nutzt du am liebsten, um deine Wäsche sauber und rein zu bekommen?

Bis bald…

Deine Stefanie 🙂 

Hier findest du mich auch 😇 Teilen erwünscht...

2 Kommentare zu „Wäsche waschen – geht´s auch ohne 😮 Mikroplastik & umweltfreundlich?“

  1. Hallo Stefanie,

    wieder ein gelungener Artikel. Die Kastanienzeit nutze ich tatsächlich schon lange, um selbst Waschmittel herzustellen. Anfangs gar nicht aus ökologioschem, sondern ökonomischen Antrieb. Die bessere Hautverträglichkeit und die positive Umweltbilanz sind „nur“ ein Nnebeneffekt. Dieser hat natürlich jetzt an Bedeutung gewonnen.

    Liebe Grüße,

    Tobias 😊

    1. Hallo Tobias,

      lieben Dank – das freut mich sehr. Die Kastanie ist aber auch ein absolutes kleines Naturtalent – nicht nur in der 😇 Waschküche…

      Viele liebe Grüße

      Stefanie 🙂

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.